Ein Stück vom Paradies.

Wie oft habe ich die großen Blüten vom Gärtner nach Hause getragen, damit das Sonnengelb in der Vase das Zuhause schmückt. Was eigentlich ist es, das mich so zu den Sonnenblumen hinzieht? Selbst in der Kunst ist diese Blüte ein häufig gebrauchtes Symbol, und wenn kleine Kinder eine Sonne malen – sieht sie dann mit ihren Strahlen nicht aus wie eine Sonnenblume? Es ist schon etwas Besonderes um diese Blume: Der Winkel zwischen ihren benachbarten Samen ist der Goldene Winkel, sagt der Botaniker; der Mathematiker kann in der Anordnung der Spiralen im Blütenstand die Fibonacci-Zahlen erkennen und sich an Einsteins Satz, dass Gott nicht würfle, erinnert fühlen. Ein kleines Wunder der Schöpfung ist die Sonnenblume, deren Köpfe sich in Richtung Sonnenaufgang orientieren.

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Die Hummel, die die Sonnenblume, im Bild vom letzten Jahr, besuchte, weiß von all den Forschungsergebnissen um die leuchtend gelbe Blüte, die sie ernährt, nichts. Für sie mag die Blüte einfach nur das Land sein, in dem Nektar und duftender Balsam fließen – ein Stück Paradies. Und vielleicht geht es mir beim Anblick einer voll erblühten Sonnenblume ähnlich? Sehe nicht auch ich in dem leuchtenden Strahlenkranz und in einem riesigen Sonnenblumenfeld, vor dem ich stehe, ein Stückchen vom Paradies, von der Schöpfung in all ihrer Fülle? Matthäus überliefert das Jesus-Wort, dass der Mensch nicht vom Brot allein lebe. Für die Hummel ist die Sonnenblume Nahrung im Überfluss, und auch für uns Menschen ist die ölhaltige Pflanze ein wichtiger Energielieferant. Ich lebe aber auch von der Freude beim Anblick des Bildes – und die vor allem macht mich glücklich und staunend mit den sonnengelben Strahlen.

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